Wer zum ersten Mal von der Therapeutischen Frauen-Massage hört, stellt sie sich meist als etwas Vertrautes vor: Hände, Druck, Entspannung. Das stimmt, und es stimmt auch wieder nicht. TFM arbeitet mit den Händen, allerdings reicht ihre Wirkrichtung weit über das hinaus, was klassische Massagetechniken leisten.
Die Hände sind “nur” das Werkzeug der Therapeutin, nicht aber der Kern der Methode. Das Wesentliche der Therapeutischen Frauen-Massage liegt darin, wie der weibliche Körper gelesen und angesprochen werden kann, denn sie vereint strukturelle, vegetative und energetische Ebene gleichzeitig.
In der täglichen TFM-Praxis lassen sich diese Ebenen nicht voneinander trennen: Die Griffe an der Leber lösen strukturelle Spannung, beruhigen gleichzeitig das vegetative Nervensystem und sprechen eine energetische Qualität im Gewebe an, für die in der klassischen Massagelehre der Zugang fehlt.
Die TFM als Begleittherapie integriert sich dort, wo die rein medizinische Behandlung allein oft nicht hinreicht: bei der Frage, wie sich eine Frau in ihrem Körper fühlt, während sie ihren Behandlungsprozess durchläuft. Diagnose und Therapie von ärztlicher Seite bleiben davon unberührt. TFM öffnet, als zweite Perspektive auf denselben Körper, einen Raum, in dem Gewebe und Nervensystem sich neu ausrichten können, während der medizinische Prozess seinen eigenen Weg geht.
Diese begleitende Haltung bildet sich über verläßliche Behandlungsroutinen ab. Die Behandlung beginnt stets mit der Lymphatischen Grund-Behandlung, führt exemplarisch über das Nieren-Modul zum Becken, weiter zum Bauch, den Keimdrüsen, zu Uterus und Blase, inkludiert die Leber, bei entsprechender Indikation auch Pankreas und Milz und endet mit dem Herz-Modul.
Die Reihenfolgen und Behandlungsroutinen der TFM sind aus der Jahrzehnte langen Erfahrung mit Tausenden von TFM-Behandlungen gewachsen. Jedes Modul hat seine eigene Wirkrichtung. Die wissende und erfahrene TFM-Therapeutin baut stimmig den Behandlungskanon auf.
Hierdurch läßt sich der Behandlungsflow individuell an das, was eine Frau gerade an Begleitung braucht, anpassen: so beginnt im Anschluss an eine Bauch-Op nach dem Durchgranulieren der Narbe ganz behutsam am Bauch, das Uterus-Modul kommt erst dann wieder zum Einsatz, wenn vorher die Verklebungen sanft gelöst wurden.
Was die TFM von reiner Massage unterscheidet, ist am Ende des Tages nicht die Technik der Hände, sondern die Haltung der TFM-Therapeutin dahinter: Die Berührung hat nicht zum primären Ziel, Muskeln zu lockern oder die Statik zu ändern. TFM ist Wegbegleitung und Impulsgebung, die dem Körper-Geist-Seele Gefüge Raum für seine eigenen Prozesse gibt.



