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Claudia A. Pfeiffer
Administrator

Liebe Stella,

generell warten wir auch bei endoskopischen und vaginalen Eingriffen 6-8 Wochen, damit die Narben (innerlich wie äußerlich) durchgranulieren können.

Bei endoskopischen Eingriffen können wir davon ausgehen, dass ein Großteil des Bauchraums Verklebungen aufweist (denn Geräte sowie Kamera wollen durch die – nach aussen harmlos aussehenden Hautnarben – geführt werden.

Wenn wir die Vorgehensweise bei OPs im Bauchraum betrachten, dann wird klar, dass wir im Bauchraum vielfältige Verklebungen haben, die wir vor Anwendung des IV. Prinzips (= Reponieren von Substanz) zunächst lösen müssen.

 

Endoskopische Eingriffe

Der Chirurg macht zunächst eine erste kleine Inzisur im Bauchnabel bzw. in der Nähe des Operationsbereichs, um den ersten Trokar (=röhrenförmiges Instrument, das den Zugang für das Laparoskop sowie die anderen für die OP nötigen Instrumente schafft) einzuführen. Dann wird Kohlendioxid in die Bauchhöhle eingeleitet, um diese aufzublasen: dadurch entsteht Raum, der es dem Chirurgen ermöglicht, besser zu sehen und zu arbeiten.
Durch den Trokar wird dann das Laparoskop mit Kamera eingeführt, um dem Chirurgen während der OP eine detaillierte Sicht auf die inneren Organe ermöglicht.
Durch zusätzliche Trokare werden dann spezielle chirurgische Instrumente in die Bauchhöhle eingeführt. Der Chirurg führt die Operation unter Sicht auf dem Monitor durch, wobei die Instrumente (zum Schneiden, Nähen, Bergen der Gewebe etc.p.p.) gesteuert werden.
Nach Abschluss der Operation werden die Instrumente entfernt, und das Gas wird abgelassen. Die kleinen Einschnitte werden dann entweder vernäht oder mit speziellen Klebestreifen verschlossen und unter den feinen Hautnarben, die vorgaukeln, dass minimalinvasiv “besser” ist, finden wir ein wahres Schlachtfeld und die Größe der Narbe(n) korreliert nicht zwangsläufig mit der Schwere des Eingriffs.

 

Vaginale Hysterektomie

Bei vaginal durchgeführten Hysterektomien “sehen” wir die Vernarbungen nicht, aber sie sind da.

Die Narbe befindet sich normalerweise im Vaginaldach (oberen Bereich der Vagina), in der Nähe des Gebärmutterhalses. Je nach Protokoll variieen Lage und Schnitttechnik die kleine Narbe (1-3 cm lang) linear oder geschwungen.

Auch bei einer vaginalen OP hier treten Verklebungen innerhalb der verbleibenden Hohlraumstruktur auf: zwischen den Wänden der Vagina und den anderen verbleibenden Strukturen, wie dem Darm oder dem Beckenboden.

Bei einer subtotalen Hysterektomie, bei der ja Eierstock erhaltend gearbeitet wird, können Adhäsionen um die Ovarien entstehen.

 

Unser Arbeiten

Egal, um welche Art Eingriff es sich handelt: das “Kreative” unserer Methode kommt nun zum Einsatz. Wo wir das Narbengewebe und die Verklebungen nicht sehen können, stellen wir uns vor, wie wir mit dem III. Prinzip (Kreiseln) die Kongestionen, die durch den Eingriff entstanden sind, abtransportieren.

Also arbeiten wir mit Schritt #1 bis Schritt #3 der GB Bauch (öffnen also zunächst, wie im Kurs angeleitet, die Drainagekanäle in Richtung Nieren. Dann widmen wir uns dem Bauchraum – dieser wird auch nach dem III. Prinzip bekreiselt… und die Kongestionen lassen wir über die in Schritt #2 GB Bauch bereits geöffneten Drainagekanäle abfließen.

 

Ich hoffe, das beantwortet deine Frage 🙂

Liebe Grüße,
Claudia

 

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