So allmählich zieht der Herbst ins Land. Wo gefühlt vorgestern noch der Altweibersommer mit seiner sonnigen Wärme war, wird das Wetter irgendwie “unfreundlicher”… und dann ist sie da: die Zeit mit ihren Nebelschwaden, den mehr als frischen Temperaturen morgens.
Ebenso wie es beim Wechsel der Jahreszeiten immer auch eine Umschwungsphase gibt, verhält es sich auch mit anderen Lebenszyklen: auch wir Menschen sind im Wandel – und Frauen spüren diese Wechsel häufig intensiver, kennen sie doch im Laufe ihres Lebens – neben den Jahreszeiten – viele Wandelzeiten und Übergänge, so auch:
- Vom Mädchen zur Frau
- Schulwechsel
- Mit Abschluss des regelmäßigen Montag bis Freitag Lernens in die neue Pace des Studiums
- Ortswechsel
- Wechsel von der Ausbildung in die Beruflichkeit
- eventuell “offiziell” die Schwelle übertretend, den Wandel vom Einzelwesen hin zum Familienwesen
- Von der fruchtbaren Frau der Wechsel in die Schwangerschaft
- Über die Geburt hinein in die Mutterschaft
- vom Beruf hin zur Berufung
- Die Veränderungen der Wechseljahre
- den (Un-)Ruhestand
- Abschiede
Allen Wandelzeiten gemeinsam sind sowohl Abschied nehmen wie auch ein Neubeginn – wie auch in den Jahreszeiten. Wann immer sich ein Wandel vollzieht, muss die Seele sich für den Neuanfang wieder sammeln, und mit der damit verbundenen persönlichen wie körperlichen Entwicklung wieder aufschließen.
Wechselzeiten sind Stress für Körper, Geist und Seele
Wann immer das Leben in einen neuen Gang schaltet, nehmen wir auch eine neue Dynamik wahr: unser sonst so behäbig mäandrierender Lebensstrom kommt durch die Kraft der Veränderung an einem neuen Niveau an. An den Umbruchphasen des Lebens kann uns so manche Stromschnelle und der ein oder andere Wasserfall herausfordern.
Wo das empfindliche Körpergleichgewicht durch einen Wechsel gestört wird, kommt es zu hormonellen Dysbalancen.
Hormonelle Dysbalancen
Hormone (und Neurotransmitter) sind an fast allen Körperprozessen mit beteiligt, so können hormonelle Dysbalancen mehrere Körpersysteme gleichzeitig beeinflussen:
- Herz-Kreislauf
- die Verdauung
- das Nervensystem sowie
- unser Immunsystem.
Blicken wir dabei auf “typische” Symptome vermelden Frauen auch unspezifische Probleme:
- (Frühjahrs-) Müdigkeit und (Winter-) Schlaf
- Gewichtszunahme “Winterspeck” oder auch Gewichtsverlust (wenn wir in Richtung Sommer an die “Bikinifigur” denken, denn zum Sommer hin fällt uns die Bewegung leichter
- Stimmungsschwankungen (Sommerloch)
- Hautprobleme
Die Jahreszeiten des Frau Seins
Lass uns die Jahreszeiten im Wandel des Jahres mit anderen Augen betrachten.
Frühlingserwachen
Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Schnee wegschmelzen und sich langsam frisches Grün und die ersten Knospen zeigen. Wenn die Natur erwacht und – nach einem schier unendlich dauernden Winter – lebendig wird, dann können wir diese Zeit auch mit der Pubertät vergleichen:
Der kindliche Körper ist im Wandel und in Veränderung.
Geschlechtsmerkmale bilden sich aus, das Bewußtsein für die eigene Identität und Sexualität nimmt zu. In dieser Phase beginnen Mädchen, ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln, und die Beziehungen zur Familie und zu Freunden werden intensiviert.
Wie auch die Natur im Frühling erwacht und uns – scheinbar plötzlich voller zarter Knospen und sprießendem Grün – begrüßt und uns die Hoffnung auf einen neuen Anfang gibt, entfaltet sich das Potenzial und die Energie dieses Lebensabschnitts.
Der Sommer des Frauseins
Im Frühsommer stehen die Zeichen auf Wachstum und Schönheit: Die Natur zeigt sich in voller, üppiger Blüte. So wie sich Knospen zur Blume entfalten, spiegelt diese Zeit Weite und Fülle wider: Alles steht in voller Kraft, die Tage sind lang, das Leben pulsiert. In dieser Phase zeigt sich die Frau in ihrer größten Ausdehnung nach außen: mitten im Leben stehend, aktiv, tragend, gebend, verbunden.
Viele Frauen widmen diese Fülle und Kraft gleichzeitig der Familie, ihrem Beruf und jonglieren oft noch weitere Projekte.
Wie der Sommer sind wir nährend, haltend, gestaltend und das oft für viele andere gleichzeitig. Wie die Sommersonne geben wir Wärme, Orientierung und Energie. Doch Vorsicht: auch in der größten Strahlkraft können wir ausbrennen, wenn wir uns nciht selbst ausreichend Raum für unsere eigene Regeneration schenkt.
Im Sommer des Frauseins geht es darum, die eigene Kraft bewusst zu führen: zu spüren, wann Geben nährt und wann es erschöpft. Hier legen wir den Grundstein dafür, ob die uns eigene Fülle in Lebendigkeit oder in Überforderung mündet.
Der “Altweibersommer”
Der Spätsommer trägt eine besondere Qualität: Er ist warm, satt und golden, aber nicht mehr aufdrängend. Die Früchte sind gereift, das Wachstum ist vollendet: nun beginnt die Zeit der Ernte:
Unsere Erfahrung, Kompetenz und innere Stabilität werden sichtbar. Die äußere Dynamik wird ruhiger, während die innere Tiefe zunimmt. Frauen wissen in dieser Phase oft sehr genau, was ihnen guttut – und was nicht mehr. Sie werden wählerischer und bewusster, wofür sie ihre Energie einsetzen.
Es ist eine Zeit des inneren Sortierens: Was trage ich weiter? Was darf gehen? Welche Früchte meines Lebens möchte ich bewahren, teilen oder weitergeben?
Der Spätsommer lehrt uns, dass Reife nicht laut ist. Sie ist still, kraftvoll und klar.
Herbst
Die Blätter färben sich, die Natur lässt los, was nicht mehr gebraucht wird. Gleichzeitig liegt in diesem Loslassen aber keine Traurigkeit, sondern Würde und Schönheit.
In dieser Phase sind wir in den Wechseljahren und der Zeit danach angekommen: hormonell, emotional wie biografisch ist dies ein wirklich tiefer Übergang: alte Rollen lösen sich, körperliche Prozesse verändern sich, Lebensaufgaben werden neu definiert. Was früher Halt gab, trägt nicht mehr selbstverständlich. Und genau darin liegt die Einladung, sich selbst neu zu begegnen.
Der Herbst fragt:
Was ist wirklich meins?
Was darf ich ablegen?
Wer bin ich jenseits meiner Funktionen und meines Funktionierens?
Diese Zeit ist nicht das Ende – sie ist die Schwelle zu einer tieferen, freieren Form von Weiblichkeit: Wir müssen nicht mehr gefallen, wir wissen, wer und was wir sind.
Winter
Diese letzte Phase im Lebenszyklus der Frau steht für Ruhe, Reflexion. Sie ist dem Loslassen gewidmet.
Wie die Natur im Winter in den Zustand von Stille und Erneuerung übergeht, ziehen sich Frauen in dieser Phase oft zurück, um auf ein erfülltes Leben zurückzublicken: es ist die Zeit, in der die gesammelte Weisheit und die inneren Schätze in ihrer vollen Tiefe sichtbar werden. Beziehungen, die Bestand hatten, erweisen sich als Quelle von Trost und Freude. Die Winterzeit ist nicht nur ein Ende, sondern auch ein Übergang in das Unbekannte. Ein friedliches Ruhen nach einem bewegten, farbenreichen Leben.
Wie die Natur sind auch wir Frauen zyklisch. Jede Jahreszeit in uns verdient Achtsamkeit, Respekt und eine stimmige und achtsame Wegbegleitung. Gerade an den jahreszeitlichen Wechseln und den Schwellen in unserem Frauenleben geraten wir gerne aus unserem Tritt, denn die Pace verändert sich und wir müssen uns zuerst einmal auf diesen Übergang neu einstellen.
Gut, dass uns hier die Therapeutische Frauen-Massage dienlich sein kann, die uns durch unser Frauenleben sanft begleitet.



