Keimdrüsen von Frau und Mann

Als Keimdrüsen oder Gonaden werden bei der Frau die Eierstöcke und beim Mann die Hoden bezeichnet. Sie sind paarig angelegt und produzieren neben den Keimzellen (Eizellen und Spermien) in ihren Geweben unsere Sexualhormone her, die die Fortpflanzung regulieren.
Während beim Mann dank Spermatogenese oft bis ins hohe Alter funktionstüchtige Spermien produziert werden, ist bei uns Frauen die Oogenese1 bereits im fünften Entwicklungsmonat mit circa 7 Millionen Keimzellen abgeschlossen. Sie schlummern als sogenannte Primordialfollikel bis zur Pubertät und werden vom FSH (Follikel Stimmulierendes Hormon) aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt.
Zu diesem Zeitpunkt sind es noch gut 400.000 Follikel, die in der Markregion der Eierstöcke darauf warten, aktiviert zu werden und heranwachsen, um sich zunächst in einer Gruppe von mehreren Follikeln zu entwickeln.
Die Entwicklung zur reifen und sprungbereiten Eizelle geschieht über die Kommunikation zwischen dem Hypothalamus, der GnRH3 ausschüttet, was in der Hirnanhangdrüse die Produktion von FSH verstärkt. Daraufhin kommt es in den Eierstöcken zu einem stärkeren Wachstum der Eizellenkohorte. Der Follikel, der zu diesem Zeitpunkt am weitesten entwickelt ist, übernimmt als Leitfollikel die Führung. Durch die Mehrproduktion an Östrogenen im wachsenden Follikelgewebe wird in der Hirnanhangdrüse die FSH-Produktion gestoppt, was gleichzeitig zur Folge hat, dass die anderen Follikel in der Kohorte absterben.
Nur der dominante Follikel bleibt übrig: er produziert nun massiv Östrogene, wodurch LH (Lutenisierendes Hormon) aktiv wird und den Eisprung auslöst.
Der Follikel reißt und gibt die Eizelle frei. Diese wird vom Eileiter aufgenommen und mittels Flimmerhärchen in Richtung Gebärmutter transportiert.
Mit dem Eisprung wird die zweite Zyklushälfte eingeläutet. Unabhängig davon, ob die Eizelle befruchtet wurde oder nicht, regt das LH die verbleibende Hülle des Follikels, den sogenannten Gelbkörper an, Progesteron zu produzieren. Daher wird Progesteron auch als Gelbkörperhormon bezeichnet.
Sofern um den 20. Zyklustag keine Einnistung der befruchteten Eizelle stattfindet, wird die Produktion von Progesteron eingestellt, der Gelbkörper degeneriert zum Weißkörper und die Gebärmutterschleimhaut bereitet sich auf die nächste Blutung vor.
